Kreativ-Ecke

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Gedichte

Die Fragen der Tiere
Von Dana Marlen Röhling (13 Jahre alt)

Warum sind wir so allein?
Warum dürfen wir nicht heim?
Warum wird uns das Leben genommen?
Warum, wenn wir erst auf die Welt gekommen?
Warum wollen uns die Menschen essen?
Warum sind wir deren „Fressen“?
Warum werden wir gequält für die Menschheit?
Warum gibt es keine Gerechtigkeit?

Warum werden wir bezeichnet als „nur ein Tier“?
Warum bekommen wir keine Antwort, jetzt und hier?
Warum seid ihr Menschen zu feige zu antworten?
Warum wollt ihr uns weiter ermorden?
Warum wird das Fleischessen nicht abgeschafft?
Warum werden diese Mörder nicht hinter Gitter gebracht?
Warum darf man sowas weiter unterstützen?
Warum kann man nicht einfach die Tiere schützen?

Es ist schön, dass es solche Menschen gibt wie dich.
Die uns nicht lassen im Stich.
Menschen, die und können verstehen
Und in unsere weinenden Augen sehen.
Sie können fühlen wie wir leiden,
Aber dies lässt sich erst vermeiden,
Wenn die Menschheit zusammen zählt,
Denn so wird kein einziges Tier mehr gequält!!!


Wenn ein Ferkel erzählt…
Von Dana Marlen Röhling (13 Jahre)

Deine Blicke sind leer.
Ich seh dich nicht mehr.
Vor kurzer Zeit bin ich geboren,
und jetzt habe ich auch dich verloren.
Meine Geschwister mussten schon von uns gehen.
Nun werde ich auch dich nie wieder sehen.
Die Menschen denken nicht mehr richtig.
Mama, du bist mir doch wichtig.
Was ich dir in deiner letzten Sekunde sag.
Ich brauche dich Tag für Tag.
Ich werde immer an dich denken,
meine Liebe ganz zu dir lenken.
Die Menschen nehmen uns das Leben und quälen uns für Geld.
Was ist das für eine Welt?

Sowas ist doch nicht mehr gerecht!

Unsere Schreie sind doch echt!!
Was sie uns zufügen für Schmerzen,
nicht nur in unseren Herzen.
Meine letzten Stunden werden nun kommen,
bevor auch mir wird das Leben genommen.
Ich wollte nur sagen wie meine Gefühle sind,
so als kleines Tierkind.
Draußen spielen, die Sonne spüren.
Nein! In der kleinen Box kann ich mich nicht mal rühren.
Wenn ihr denkt ich habe eine Kindheit wie ihr, so unbeschwert,
dann denkt ihr ganz schön verkehrt.
Das habe ich euch versucht zu erklären.
Nun wird sich auch langsam mein Tod nähern.

Tagebuch einer Tierschützerin

Foto: J.Frenzel www.kascady.de

Foto: J.Frenzel www.kascady.de

Ein Tag im Leben einer Tierschützerin und Mutter

6:30Uhr aufstehen. Die Kleinste (15Monate alt) ist wach.

Bis 9 Uhr wird der Tag vorbereitet. Die Kinder (die Große ist 4 und wacht ein bisschen später auf) gewaschen, gewickelt, angezogen und bespaßt, während man Frühstück hinstellt, Mittagessen und Vesper vorbereitet.

9:00 Uhr die Kinder sind in der Kita. Nun beginnt der Tierschutztag. Derzeit sind 8 Katzen im Haus auf zwei Zimmern verteilt. Eine kleine Katzenfamilie, bestehend aus Mutter, 3 eigenen und ein adoptiertes Kätzchen, sowie im anderen Raum 3 Halbwüchsige. Morgens steht also erstmal saubermachen an: 5 Katzenklos säubern, 6 Näpfe waschen und neu befüllen, irrgelaufene Häufchen und Pfützen der kleinen ausfindig machen und weg schrubben, die Zimmer fegen …das beste Spielzeug ist ja doch das Streu aus den Klos. Eine Katastrophe jeden Morgen wie die Zimmer aussehen und die Tapete verabschiedet sich langsam auch. Wir müssen die Tiere von der Straße momenten leider immernoch in Privaträumen unterbringen. Mist! Zum Wischen ist heute keine Zeit. Morgen dann unbedingt. Kurz immer mal streicheln und Spielen muss auch drin sein und die Kleinsten starten immer mal wieder Angriffe: klettern mit ihren winzigen Krallen am Hosenbein hoch. Die Halbwüchsigen sind noch sehr scheu. 2 davon in einer alten Fabrik eingefangen. Eine zusätzliche, schon eher zahmere kam als verwaistes Kitten, unterernährt und stark verletzt zu uns. Musste anfangs sehr gepeppelt und immer wieder behandelt werden. „Diese Zeiten sind zum Glück vorbei“ denke ich, während ich den kleinen Stubentiger streichle. Hoffentlich finden wir bald ein schönes zu Hause für dich. Mir fällt auf, dass sich die Mutterkatze sehr unwohl fühlt, hier im Haus. Ich fasse also den Entschluss, dass sie so schnell wie möglich kastriert werden muss um dann, nach der Genesung, wieder an ihrem angestammten Platz ausgesetzt werden zu können. Dort wird sie mit Futter versorgt und da sie teilweise menschlichen Kontakt sucht, bekommt sie auch Streicheleinheiten, auch Rückzugsmöglichkeiten für den Winter sind dort vorhanden. Ihre Kitten sind mittlerweile alt genug um auf sie in ein paar Tagen verzichten zu können.

10:00 Uhr rufe ich beim Tierarzt an „Katze bitte 11 Uhr bringen, da wäre Zeit“ …hmm „super“ denke ich, war irgendwie nicht so geplant, aber was solls. Ich flitze schnell wieder ins Obergeschoss und sperre die Katze ein, bevor sie was frisst.

10:15 Uhr eine Nachricht auf dem Handy. Jemand hat uns auf Facebook schlecht bewertet. Ich lese mir den Screenshot durch…“ärgerlich“ denke ich, „warum wird denn plötzlich ein Keil zwischen Tierrechtler und Tierschützer getrieben. Das geht doch Hand in Hand„. Ich schicke ein paar Sprachnachrichten an eine Freundin, die hauptberuflich in einem Tierrechtsverein tätig ist und frage ob sie mit sowas schon Erfahrung hat. Ich beneide sie mal wieder; wir reißen uns hier ehrenamtlich den A**** auf, alles in unserer Freizeit. Wie toll wäre es, das beruflich machen zu können. Anschließend kontaktiere ich unsere Socialmedia-Beraterin, die bekommt von uns auch nicht mehr als eine Ehrenmitgliedschaft und ich bin jedes Mal dankbar, dass wir sie haben. Sie wird im Laufe des Tages eine Reaktion schreiben und die Idee dieses Schriftstückes, dem Tagebucheintrag, ist geboren. Schnell mal noch der Vorstandskollegin berichten. Wir zeigen wohl auf Facebook zu wenig unserer täglichen Arbeit, daher kann man schnell mal so einen seltsamen Vorwurf bekommen, dass wir nur Ideologien verbreiten und keinen ernsthaften Tierschutz betreiben…AHA. Puh …das wäre mal abgearbeitet.

10:45 Uhr jetzt wieder zu der Mamakatze: sie behutsam mit der Box zum Tierarzt bringen.

11:00 Uhr ich helfe noch kurz beim Umsetzen und wünsche gutes Gelingen. Meine Große Tochter ist heute Mittagskind und ich hole sie kurz danach aus der Kita ab.

12:00 Uhr …eigentlich wollten wir natürlich spielen, aber bisher ist der Haushalt liegen geblieben, also muss erst abgewaschen und sauber gemacht werden. Mir fällt ein, dass ich den Komissar bei der Polizei noch anrufen wollte, um zu erfahren, ob unsere Anzeige angekommen ist, doch der ist leider nicht mehr im Haus. Mist…zu spät. Na dann morgen noch mal versuchen. Schnell noch eine Waschmaschine Katzenwäsche anschalten…irgendwie auch eklig, die vollgekackten Handtücher und bepinkelten Decken in unserer Waschmaschine…naja die 90 ° werden es richten. (hoffentlich liest mein Mann diesen Text hier nicht!). Dann ein Stündchen basteln mit der Großen, nebenbei was essen und bald schon die kleine Schwester aus der Kita abholen.

14 Uhr Mit beiden Kindern zum Tierarzt und die Katze wieder einkassieren. Alles gut überstanden. Ab nach Hause. Muttertier und Kitten wieder vereint und nun ist Familienzeit, auch bei uns…allerdings steht das Handy natürlich nicht still. Immer wieder irgendwelcher Vereinskram der geregelt werden muss…. diese Öffentlichkeitsarbeit muss irgendwie nebenbei laufen.

Ein Brief vom Verein ans Finanzamt müssen wir auch noch weg bringen. Mein Mann verdreht schon die Augen. Noch die Wäsche aufhängen.

18 Uhr Abendessen und Abendtoilette.

19:30 Uhr die Kinder liegen im Bett. Nun schnell Mails checken, dies und das für den Verein abheften. Rechnungen bezahlen.

20:00 Uhr Mein Mann fragt: „Gucken wir einen Film?“ … ich muss verneinen… die Katzen brauchen menschlichen Kontakt…also muss ich mich ’ne halbe Stunde mindestens zu ihnen setzen…werden sonst nie zahm. „Schade“ sagt er… schon der 4. Abend in Folge, den wir nicht miteinander verbringen. Vor 4 tagen habe ich abends das zweite Zimmer katzentauglich gemacht. Ein altes Bad. Tür aus der Duschkabine ausgebaut. Ecken und Lücken verkleidet. Vor 3 Tagen habe ich abends bei den Kätzchen gesessen, nachdem sie neu eingezogen waren. Vor 2 tagen bin ich 19:30 Uhr ins Bett gegangen weil die jüngste die Nacht zuvor 2 Stunden wach war (sie schläft auch sonst nicht durch, sondern wird jede Stunde kurz wach) und gestern hatte ich mich abends mit ein paar Freundinnen getroffen. Naja…das Eheleben kommt momentan zu kurz und gemeisame Sofaabende sind rar geworden. Bald will ich wieder arbeiten gehen…wie soll das werden? Da bleibt keine Zeit mehr Katzen zu zähmen und die Zimmer ordentlich sauber zu halten. Wir brauchen dringend noch mehr aktive Helfer, die auch bereit sind, ihre Freizeit zu opfern. Doch Aktionen solche zu finden, laufen häufig ins Leere…was ist mit dir? Der du diesen Artikel gerade liest?

21:00 Uhr aus der halben Stunde ist natürlich mehr geworden. Das ein oder andere Geschäft war mal wieder nicht im Katzenklo gelandet. Das sind immer Freuden, wenn man eines Tages herein kommt und feststellt: jetzt haben es alle kapiert und sind stubenrein. Ich bin müde und stelle mich auf eine unruhige Nacht ein. Also dann: ab ins Bett und gute Nacht!